Mittwoch, 26. Juni 2013
Sonntag, 26.05.2013
flieger1962, 13:08h
Wenn wir die Sonntagsmesse um 9:00h im Petersdom in vordester Reihe erleben wollen, dann sollten wir schon um 8:00h im Dom sein. Wir brauchen mit dem Rad nach Rom und dem Abstellen der Räder ca. 1,5 Stunden also fahren wir um 6:30h mit unseren Rädern vom Campingplatz los. Die Morgenluft ist würzig und ab und zu blinselt die Sonne heraus. Die Radelfahrt auf dem tollen Radweg nach Rom macht riesig Spass und wir sind, troz ausgelassenem Frühstück, gut gelaunt unterwegs. Jetzt, bei der dritten Fahrt nach Rom mit unseren Rädern, sind wir quasi schon Insider und können voll und ganz die Landschaft geniessen, da unsere Räder den Weg schon alleine kennen. Auf dem Petersplatz angekommen, fährt Susi wie selbstverständlich in die Passage zu unserem Parkhaus und schiebt Ihr Radel auf die Rolltreppe als würde Sie das jeden Tag machen. "Hast Du heute gar keine Angst dass Sie uns erwischen"? Frag ich Susi verwundert. "Nein, wir kennen uns doch jetzt aus und einen besseren und sicheren Parkplatz für unsere Räder gibt es nicht". So schnell geht es, zuerst Gewissensbisse ob wir was verbotenes machen, und jetzt an vordester Front mit dabei. Ich freu mich und komm mir vor wie bei Bonni und Clyde (nur mit dem Unterschied, dass wir Keinem was zu leide tun). Pünktlich um 8:00h sind wir am Frontaltar im Petersdom und machen noch den Schluss der Frühmesse mit. Um 9:00h fängt die Hauptmesse an und ich wundere mich, dass in dem ganzen Prunk der Kirche, die Hauptmesse so schlicht ist, wie eine Sonntagsmesse in Gilching. Auch singen können Die nicht besser wie der Gilchinger Kirchenchor denk ich mir, und es ist kein Vergleich zu dem festlichen Gott7 uesdienst mit dem wunderschönen Chor von San Francesco in Assisi. Nach der Messe gehen wir erst einmal zum Frühstücken. Dann holen wir unsere Räder, flitzen die 4 Parkdecks hinunter und aus dem Parkhaus hinaus. Wir fahren zum Kloster Anselmo, wo vom Aptprimas Notker Wolf den Reisesegen bekommen. Dann fahren wir die Appia Antica entlang. Das ist der Weg, auf dem Petrus damals aus Rom abhauen wollte und Ihm Jesus begegnete der Ihm sagte, wenn Du abhaust, lasse ich mich ein zweites mal kreuzigen. Darauf hin ist Petrus umgekehrt, hat sich festnehmen und umgekehrt kreuzigen lassen. Die Strasse ist in einem fürchterlichen Zustand und wir hoppeln mehr dahin als dass wir fahren aber Susi lässt sich nicht aufhalten und würde gerne bis zum Ende der Appia Antica nach Castel Gandolfo radeln wo der frühere Papst Benedict der XVI seinen Lebensabend verbringt. An einer Ruine, die früher einmal eine Villa gewesen sein soll, hat Sie erbarmen und wir radeln nach Rom zurück. Wir radeln direkt in die Innenstadt, wieder können uns Verkehrsschilder wie "Einbahnstrasse" oder "Einfahrt verboten" nicht aufhalten. Wir denken diese Schilder gelten nur für motorisierte Verkehrsteilnehmer aber nicht für uns. Einen Vorteil haben diese Schilder, diese Strassen sind extrem Verkehrsberuhigt und wir können und mehr auf die Häuser und Gärten besser anschauen, weil wir uns nicht so sehr auf den Verkehr konzentrieren müssen. Jetzt sind wir fast am Coloseum und müssen unsere Räder schieben weil so viele Menschen unterwegs sind. Nach dem Coloseum wird die Menschenmenge wieder weniger und wir können wieder auf's Radel aufsteigen und Richtung Petersplatz fahren. Susi fährt wieder mit Ihrem Radel in der Innenstadt von Rom als ob Sie hier zu Hause ist, und es das normalste von der Welt ist, bei einer 6-spurigen Strasse bei vollem Verkehr die Spuren zu wechseln, links abzubiegen, dann wieder über alle 3 Spuren nach rechts zu fahren und an den Ampeln ganz nach vorne zu fahren und wenn die Strasse frei ist dann auch mal bei rot über die Kreuzung zu fahren. Ich hab Mühe Ihr hinterher zu fahren, schaff es dann doch und der Nervenkitzel macht mir auch Spass. Ich sollte bei Wetten dass folgende Wette anbieten: "Ich kenne jemanden, der mit seinem Radel im Berufsverkehr schneller durch Rom fährt als ein Taxifahrer mit seinem Auto". Susi würde die Wette gewinnen.
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