Mittwoch, 12. Juni 2013
37. Reisetag, Freitag 24.05.2013
flieger1962, 13:23h
Heute fahren wir mit dem Radel nach Rom. Wir nehmen als Gepäck nur einen Rucksack mit wo, wir unsere Regensachen und die Kammera einpacken. Der Himmel ist bewölkt und es könnte jederzeit anfangen zu regnen. Wir orientieren uns an unserem Radführer um den Radelweg nach Rom zu finden, da auf der Strasse kein Schild da ist, das uns den Weg weisen würde. Aber wir finden den Weg obwohl er gut versteckt in einer Seitenstrasse beginnt. Der Radelweg ist wirklich super ausgebaut und es macht Spass so ganz ohne Gepäck den Weg entlang zu radeln. Der Himmel hält auch dicht und wir bekommen keinen einzigen Tropfen Regen ab. Nach ca. 20 km kommen wir in Rom am Tor di Quinto an. Der Radelweg hört jetzt auf und wir fahren auf der Strasse weiter. Ich pass mich schnell den Fahrgewohnheiten der Römer an und halte nur dann, wenn uns ein Auto überfahren würde. Ich glaub Susi hatte in diesem Augenblick Stress um mir zu folgen, aber Sie bleibt mir immer nahe am Hinterreifen. Nach weiteren 5 km waren wir am Petersplatz und haben unser "Zielfoto" gemacht. Jetzt brauchen wir einen sicheren Parkplatz für unsere begehrten Radeln. Susi erkundigt sich wo das Pilgerbüro ist, die werden uns bestimmt helfen. Nach einiger Zeit haben wir das unauffällige Pilgerbüro gefunden, aber es ist kein Mensch weit und breit. Da wir jede Klingel im Eingangsbereich ausprobiert haben, kommt ein schüchterner Italiener und sagt uns, dass vom Pilgerbüro keiner da ist und er uns nicht weiterhelfen kann. Also nehmen wir unsere Radel und gehen wieder. Wo kann man mitten in Rom so begehrte Räder abstellen und dann, ohne Schäden und ohne dass es geklaut wird, später wieder abholen? Ich denk mir, dass wenn wir die Räder ganz normal auf einer Strasse abstellen und absperren, dauert es keine Stunde und die Räder sind geklaut oder beschädigt. Also kommt das gar nicht in Frage. Da vorne hab ich ein Schild gesehen, in dem ein Parkhaus ausgeschildert war. Das ist die Idee! Wir fahren mit unseren Rädern in das Parkhaus. Da vermutet keiner, dass hier irgendwer ein Fahrrad abstellt. Susi hat auch keine bessere Idee und so gehen wir zum beschilderten Parkhaus. Hier ist nur ein Aus- /Eingang vom Parkhaus für die Fussgänger. Zuerst gehen 2 Rolltreppen auf das erste Parkdeck (für Busse) und dann geht ein Lift weiter bis zum 4. Parkdeck. Susi will schon umkehren aber ich sag Ihr, das ist ideal und sicher für unsere Räder und schieb mein Radel auf die Rolltreppe. Jetzt bleibt Susi nicht's anderes übrig als mir zu folgen. Wenn Sie nicht so viel mit Ihrem Radel zu tun gehabt hätte, hätte ich mir schon beim rauffahren eine Predigt anhören müssen. Geschafft, wir sind auf dem 1. Parkdeck und Susi meint, dass wir doch hier schon unsere Räder abstellen könnten. Aber ich erklär Ihr, dass wir mit unseren Rädern eigentlich gar nicht in das Parkhaus dürfen, Sie jetzt schon mit der Rolltreppe und Ihrem Radel illegal auf dem 1. Parkdeck ist und wir im Parkdeck 4 die Räder besser verstecken können. Susi fühlt sich jetzt gar nicht wohl, aber mitgehangen, mitgefangen! Ich drück den Liftknopf und wir warten auf den Aufzug. Ich merk wie Susi angespannt ist und sag Ihr: "hoffentlich kommt jetzt kein Parkhaus-Angestellter, sonst sind wir fällig". Der Aufzug kommt, und .... der Aufzug ist besetzt. Die Leute steigen aber nicht aus, die Aufzugtür geht wieder zu und weg sind Sie. Susi rutscht das Herz in die Hose und mir ist es auch mulmig und desshalb mache ich jetzt keine Spässe. Wir warten voll Anspannung auf den nächsten Aufzug und nach endlosen Sekunden macht die Aufzugtüre wieder auf und wir schieben unsere Räder zur Seite, dass die Leute die im Aufzug sind ungehindert aussteigen können. Anscheinend haben sich die Leute vorher im Aufzug in der Etage geirrt und sind dann in die gewünschte Etage gefahren. mit dem Aufzug verfahen weil Sie im Aufzug bleiben, wieder einen Knopf drücken und sich die Aufzugtüre schliesst. Als die Leute ausgestiegen waren, schieb als erster mein Radel rein und dann versucht Susi Ihr Radel in den Aufzug zu schieben. Aber gar nicht so einfach, weil der Aufzug für 2 Radel und 2 Personen ziemlich eng ist, aber Susi schafft es und die Aufzugtüre schliesst sich langsam. So jetzt bloß keine Zwischenstopps auf den Weg zur 4 Ebene. Alles gut gegangen, wir sind auf der 4 Ebene angekommen und schieben unsere Räder vorsichtig aus dem Aufzug. Jetzt noch durch zwei schwere Eisentüren und wir sind am Parkdeck 4. Ich schau mich um und such den geeigneten Abstellplatz für unsere Räder. Gar nicht so einfach, denn man soll die Räder nicht sehen und anketten muss man sie auch können. Da hinter einem Auto ist ein guter Platz, und an der Leitplanke können wir unsere Räder anketten. Die Räder haben wir verstaut und so gehen wir erleichtert wieder zum Aufzug. Ich möchte den Knopf für die erste Ebene drücken, erwische aber den Alarmknopf. Eine Sirene fängt an zu heulen und hört nicht mehr auf. Susi hat im ersten Augenblick gar nicht mitgekriegt, dass ich den Alarm ausgelöst hab und eher gemeint , dass Sie uns jetzt haben. Ich schieb Susi aus dem Aufzug und sag ihr, dass wir heute die Treppe nehmen weil ich soeben den Alarmknopf gedrückt hab. Wir flitzen wie zwei Teenager, die was angestellt haben die Treppe hinunter und machen uns aus dem Staub. Ausserhalb vom Parkhaus verschnaufen wir kurz und freuen uns dass Sie uns nicht geschnappt haben. So, jetzt gehen wir zum Vatikanischen Museum und schauen uns die Sixtinische Kapelle und die unendlich vielen Kunstgegenstände an. Wir sind völlig beeindruckt, was es hier alles zu bestaunen gibt: Die Skulpturen, die Gemälde ....... . Wir bleiben so lange im Museum bis wir aufgefordert werden, es zu verlassen weil geschlossen wird. So jetzt zum Parkhaus zurück und alles in umgekehrter Reihenfolge -ohne Alarm- um unsere Räder wieder heraus zu bekommen. Wir gehen in die Passage vom Parkhaus und fahren mit den zwei Rolltreppen bis zur Ebene 1, dann nehmen wir den Aufzug und fahren zur Ebene 4. Auf der Parkebene 4 angekommen, sehen wir gleich unsere Räder und freuen uns, dass diese noch da und nicht demoliert sind. Ich nehm das Schloss ab und Susi sagt mir, dass Sie Ihr Rad jetzt nicht mehr in den Aufzug schiebt, sonder wir ja ganz normal aus dem Parkhaus fahren können. Gute Idee aber wo ist unser Parkticket? Bei jeder Parkhaus -Ausfahrt gibt es eine Möglichkeit, dass Fussgänger ohne Parkticket rausgehen können und da werden wir mit unseren Rädern auch vorbei können. Klingt logisch und genau so machen wir es. Wir fahren von der 4 Ebene zur 3 Ebene und unser Herzschlag wird immer schneller. Ich sag zu Susi: "beim rausfahren schau keinen an und schau immer auf den Weg". Wir haben uns viel zu viele Gedanken gemacht, da uns beim herausfahren kein Mensch wahrnimmt. Wieder auf der Strasse lässt die ganze Spannung nach und Susi fährt vorne weg. Ich wundere mich, dass das rote runde Verkehrsschild mit dem weissen Balken und die Ampelfarben heute keine Bedeutung für Susi haben und Sie mit dem Radel jeden Römer davon gefahren ist. Ich riskier mein Leben um Ihr nach zu kommen.
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