Samstag, 8. Juni 2013
33. Reisetag, Montag 20.05.2013
flieger1962, 11:46h
Als wir um 8:00h zum Frühstücken kommen, sitzen schon zwei Pärchen an den Tischen. Sie unterhalten sich auf deutsch und beim Gespräch bekommen wir mit, dass es sich um Fuss-Pilger handelt, die von Florenz nach Rom pilgern. Susi hört ganz gespannt zu und denkt laut nach, dass ein Pilgerweg nach Rom auch seinen Reiz hat. Ich denk mir, die armen Männer sind bestimmt von Ihren Frauen gezwungen worden zu Fuss von Florenz nach Rom zu gehen, was die Männer wohl ausgefressen haben um das alles mitzumachen. Egal, wir Frühstücken fertig und packen unsere Räder, da wir heute eine grosse Strecke schaffen wollen, so dass wir Übermorgen in Rom sind. Die ersten 10 km geht es ca. 400 Höhenmeter in einem Stück nach oben. Auf halber Strecke halt ich an um zu verschnaufen. Susi hält auch an und kann sofort reden. Ich antworte nicht auf Ihre Fragen, da ich jede Luft zum Atmen brauche und gar nicht reden könnte. Nach ungefähr 5 Minuten hab ich dann auch Luft um was zu sagen und sag: "fahren wir weiter". Oben angekommen freu ich mich, dass es nach Termi nur noch bergab oder eben dahin geht. Ach du grosser Schreck, ich hab nur noch eine Strich von meinem Akku, dass heisst ich fahr auf Reserve. Terni ist keine schöne Stadt und so denk ich, dass wir am Stadtausgang eine Pizzeria suchen, den Akku aufladen und etwas essen und trinken. Geschafft, wir sind aus der Stadt heraus und schon einen kleinen Berg hinauf gefahren aber von einem Restaurant, Pizzaria oder irgendwas wo wir was essen und unsere Akkus aufladen könnten weit und breit nichts zu sehen. Ich hab auch keine Lust den Berg wieder runter zu fahren, da ich diesen später ja wieder hinauf fahren muss. Also gehts auf Reserve weiter in der Hoffnung, dass bald eine Ladestation kommt. Der Berg hört nicht auf aber mein Akku ist jetzt leer und es bleibt mir nicht's anderes übrig als mein Rad den Berg hinauf zu schieben. Gut dass ich alleine war und mein Schimpfen keiner gehört hat. Ich seh Susi vorne, wie Sie mit einer Anwohnerin spricht. "Die nächsten Kilometer kommt kein Restaurant oder Pizzaria hat die nette Frau gesagt". "Toll" sag ich "und könnte uns die nette Frau unsere Akkus aufladen lassen?" "Soll ich Sie das echt fragen" fragt Susi in meine Richtung und sieht wie ich mich mit meinem Radel abplage. So richtig versteh ich Susis Frage nicht, ausser Sie will sehen wie ich mein Radel bis zum Berggipfel (noch ca. 150 Höhenmeter) schiebe. "Ja, das währe SUPER NETT wenn Du die liebe Frau fragen könnterst ob wir unsere Akkus bei Ihr aufladen dürften" sag ich in einem fast flehentlichen Ton. Hurra, wir dürfen!!! Wir stellen unsere Räder ab und holen unsere Akku-Ladegeräte und schliessen diese an den Strom von der netten Frau an. Bis die Akku's geladen sind, haben wir gut 2 Stunden Zeit. Ach ja, wir haben doch noch die Brotzeit von Vorgestern: ein halbes hartes Brot, etwas Käse und für jeden eine kleine Salami. Wasser haben wir ja immer dabei und so machen wir gemeinsam Brotzeit. Wenn man Hunger und Durst hat, dann kann Wasser das köstlichste Getränk sein und Essensreste die vorzüglichste Speise sein. Ich bin also wunschlos glücklich und zufrieden, die Akkus werden geladen, der Hunger und der Durst ist gestillt und dann kommt die Nachbarin mit Ihrer Tochter und bringt uns jeweils eine Espresso! Mir fällt nichts mehr ein, zuerst die Plage mit dem Radel und jetzt so eine grosse Belohnung. Diese Brotzeit werde ich niemals vergessen. Der Akku ist geladen und nun geht's weiter über den Colle di Langnola weiter nach Santa Maria. Da es ab hier nur noch bergab geht, entschliessen wir uns nach Poggio Mirtelo weiter zu fahren. Um 19:00h sind wir in Pioggio Mirtelo angekommen und suchen gleich nach einer Unterkunft. Gar nicht so einfach, wir finden kein einziges Hotel oder Pension hier im Ort. Ein älterer Herr hat Susi zu verstehen gegeben, das in einem unscheinbaren Haus ein Zimmer vermietet wird. Mangels Alternativen haben wir an dem Haus geklingelt und gefragt ob wir heute Nacht hier übernachten können. Die Frau hat sich gefreut, dass Sie ein Zimmer vermieten kann und Susi hat sich das Zimmer angeschaut. Und als Susi wieder aus dem Haus kam, hat Sie gesagt: "das Zimmer ist eine kleine Wohnung und ganz ok, aber es soll noch ein Mann darin schlafen." Ich wollte das nicht und als die Frau das mitgekriegt hat, hat Sie uns zu verstehen gegeben, dass wir die kleine Wohnung doch alleine haben können. Also sind wir für eine Nacht in diese Wohnung gezogen. Es war eine ganz normale bewohnte Wohnung und ich hab mir eingeredet, dass die Betten frisch überzogen wurden. Die Handtücher jedenfalls waren ganz frisch und für eine Nacht ist das ok.
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