Mittwoch, 8. Mai 2013
17. Reisetag, Samstag 04.05.2013
Wieder auf dem Radel, geht's in der Po-Ebene Richtung Cento. Auf einem Damm, entlang am Po. Der Po hat zur Zeit viel Wasser, da die Bäume auf der Fluss-Seite alle vom Wasser umgeben sind. Dann geht's weg vom Po nach Finale. Die Landschaft ist total langweilig, aber der Vorteil ist, dass es immer nur eben voran geht. Wir sind froh, dass wir Finale erreicht haben und freuen uns schon auf unser Tagesziel Cento. In Cento angekommen essen wir in der Altstadt einen Salat und suchen uns dann eine Unterkunft. Etwas ausserhalb finden wir ein Albergo wo wir 2 Tage bleiben wollen um Cento anzuschauen. Wir haben unser Gepäck auf's Zimmer gebracht und haben uns dann ein bisschen ausgeruht. Da wir kein Deutsches Fernsehen reinbekommen verfolge ich die Bundesliga auf dem Live-Ticker im Internet. Nach dem Bayern-Spiel gehen wir hinunter zum Essen, doch was ist das? Es hält ein Bus vor dem Albergo mit lauter Kindern. So jetzt ist es mit der Ruhe vorbei, hoffentlich bleiben die hier nicht Übernacht! Die bleiben Übernacht und nach dem Lärmpegel sind es mehr als 100 Kinder die nur dann leise sind, wenn sie Essen im Mund haben. Und nach dem Essen gehen die Kinder auf's Zimmer bei dem das Kind gewinnt, das am meisten Lärm macht. Gott sei Dank wird der Lärm nach einer Stunde leiser.

... link (4 Kommentare)   ... comment


16. Reisetag, Freitag 03.05 2013
Heute ist für uns ein radelfreier Tag und wir gönnen unseren Haxen einen Tag Erholung. Wir schauen im Internet welche Sehenswürdigkeiten es in Ostilglia gibt. Es gibt nur eine, und zwar eine Kirche, zu der wir uns frisch gestärkt durch das Frühstück auf dem Weg machen. An der Kirche angekommen, sehen wir, dass diese gerade renoviert wird und aus diesem Grund geschlossen ist. Egal, dann gehen wir hinunter an den Po und schauen da, ob es was zu sehen gibt. Ausser einem Kraftwerk und einen schmutzigen Fluss gibt es dort nichts zu sehen, also gehen wir in die Innenstadt und trinken einen Wein und Wasser. Am Nachmittag ruhen wir uns aus, denn Morgen geht's weiter nach Cento und wir hoffen, dass es dort schöner ist.

... link (1 Kommentar)   ... comment


15 Reisetag, Donnerstag 02.05.2013
Um 8:00h gehen wir zum Frühstücken und sind dann um 9:30h auf dem Fahrrad. Wie kommen wir jetzt am besten wieder auf den Radelweg. Bei der Abfahrt fragen wir den Frühstückskellner, der uns zum Gardasee schicken würde. Wir bedanken uns höflich für die Auskunft und fahren auf gar keinen Fall zurück. Susi wäre die letzten 5-6 km zurückgefahren, um auf den Radelweg aufzufahren, wo wir gestern Nachmittag zur Übernachtungssuche abgebogen sind. Für mich kommt ein Zurückfahren nur im grössten Notfall in Frage und so überzeuge ich Susi, nur ein paar Meter der sehr stark befahrenen Schnellstrasse ohne Radelweg zu fahren und dann in die nächsten Seitenstrasse einzubiegen. Und wirklich, nach ca. 1 km kommt links eine Seitenstrasse, die wir einbiegen und wir gefühlt in die richtige Richtung fahren. In einer kleinen Ortschaft fahren wir rechts, dann links und nochmal rechts, ein Stück geradeaus und dann nochmal links und plötzlich waren wir wieder auf dem Radelweg "Via Claudia". Ich hab natürlich so getan, als ob ich genau wusste wo ich hinfahre und hab Susi gefragt "na, bin ich nicht der beste Scout"? Susi war sehr erstaunt, dass wir ohne grossen Umweg den Radelweg gefunden haben und ich glaub, jetzt hab ich wieder 2 "Abkürzungen" gut. Nach 8 km waren wir in Verona und voll Selbstvertrauen durch den so schnell gefundenen Radelweg hab ich die Führung durch Verona übernommen. Entgegen unserem Radelbuch fahren wir mitten durch Verona, das spart uns mindestens 2 km wenn ich den Stadtplan anschaue. Weder Einbahnstrasse noch eine Baustelle hindern uns die kürzeste Route durch Verona zu fahren. "Darf man eigentlich mit dem Fahhrad eine Einbahnstrasse in der falschen Richtung durchfahren" fragte Susi mich, und ich sagte "natürlich, mit dem Radel darf man das" mit dem festen Glauben, dass uns keine Polizei erwischt. So, jetzt sind wir durch Verona durch und fahren Richtung Süden zu unserem Tageszwischenziel "Isola della Scala". Eigentlich sind es nur noch 10km dorthin, aber es ist eine sehr stark befahrene Schnellstrasse, und ich weiss, dass Susi lieber die kleinen Nebenstrassen fahren will. Also ist meine ganze Abkürzung dahin, weil wir rechts nach Vigasio wieder auf den im Radelbuch beschrieben Radelweg müssen. Aus den gesparten 2km werden 10km mehr und ich denk mir, dass ich mich zukünftig wieder an unser Radelbuch halte. So, jetzt haben wir unser Tagesziel Ostilglia erreicht und suchen uns eine Unterkunft für 2 Tage.

... link (1 Kommentar)   ... comment


Freitag, 3. Mai 2013
14.Reisetag, Mittwoch 01.05.2013
Wir haben geschlafen wie ein Stein, aber was ist das? Im Nebenzimmer hören wir Geräusche, jetzt ist Eile geboten, da wir am Etagen-Bad die ersten sein wollen. Zuerst Thomas, rasieren, waschen, Zähne putzen und ......, dann Susi. Geschaft, wir waren die ersten! So jetzt zusammenpacken und dann zum Frühstück. Susi trinkt Tee, Thomas Kaffee. Der Kaffe kommt aus der Espresso-Überdruck-Koch Behälter und schmeckt sehr gut. Nur jetzt den Kaffee gut einteilen, da es nicht besonders viel war. Aber der Hauswirt schaut in regelmässigen Abstand ob ich noch Kaffee hab. So wie ich das bemerkt hab, trink ich sofort den Kaffee aus und hab schon wieder den nächsten. Wir bekommen alle Köstlichkeiten von den Hausherren/frauen, angefangen von drei verschiedenen Kuchen die die Hausfrau extra für die Gäste gebacken hat bis zur Maroni-Marmelade das Sie auch selbst gemacht hat. Der Hausmann erklärt uns auf englisch, wie man die Marmelade macht. Susi hört aufmerksam zu und ich geniesse die Marmelade. Die schmeckt wirklich ausserordentlich gut. Jetzt kommt ein Teil unserer Mitbewohner: eine zierliche Deutsche (keine 30 Jahre alt), die in Starnberg aufgewachsen ist, einen Italiener geheiratet hat, 3 Jahre in Neapel lebte und jetzt mit Ihrem Mann in Padua wohnt. Eine sehr nette Frau. Wenig später kommt auch Ihr Mann, ein Italiener mit etwas wenig Haaren auf dem Kopf aber auch sehr nett. Wir haben von unseren Wirtsleuten alles probiert, ach ja auch einen selbstgemachten italienischen Pudding, wie heisst der gleichnoch mal, Panacotta genau, haben wir auch noch bekommen mit einem ...Sirupsouce. So jetzt zahlen wir, der Hausherr hilft und noch das Gepäck runter zu tragen und wir holen die Radel aus der Garage. Alles aufgepackt, nochmals für die Gastfreundschaft bedankt geht's weiter Richtung Verona. Die erste Ortschaft auf unserer Seite heisst Pilcante, Ala Avio, Sabbionara, Belluno Veronese alles schön flach der Etsch entlang. Dann kommt ein Schild "12 %" Steigung! Und das 4km lang. Ich schau auf die Anzeige von meinem Akku und freu mich, dass er noch zu 75% gefüllt ist. Das müsste reichen, geh aber dennoch sparsam mit der Akku-Energie um. Oben angekommen geht's immer leicht Bergab entlang einem Kanal. Da Heute Feiertag ist, sind viele Radler und Spaziergänger unterwegs die sehr Rücksichtsvoll miteinander umgehen. Am Anfang hab ich gemeint, dass hier seltene Vögel singen aber wenn ein Radler den anderen überholen will, pfeift er ganz einfach, dass man beim überholen nicht erschrickt und eventuell einen schlenzer macht. Jetzt sind wir schon fast in Verona und entschliessen uns in Bussolengo eine Eiskaffe zu trinken. Da wir an diesem Tag schon 70 km gefahren sind und nicht mehr bis Verona wollen suchen wir jetzt nach einer Unterkunft. Auf einer Strecke von 4km gibt es keine Unterkunft. Jetzt sehen wir ein B&B Schild und folgen diesem. Als wir bei dem B&B Haus angekommen sind, schaut dieses eher wie ein Hochsicherheits-Trakt aus und nicht wie ein gastfreundliches Haus. Wir entschliessen uns desshalb weiterzufahen und eine andere Bleibe zu suchen. Gegenüber einer stark befahrenen Schnellstrasse sehen wir ein Hotel-Schild und kehren hier ein. Duschen, ein bisschen ausruhen und dann ins Lokal zum Essen. Das Lokal war bum-voll und fast jeder hat eine Pizza gegessen. Wir haben uns natürlich auch eine Pizza bestellt und ich glaub das war die beste Pizza die wir je gegessen haben. Hier die Kontaktdaten wenn einer vor Verona günstig Übernachten will und die beste Pizza in Italien, ach was, in Europa essen will: Hotel Moro Freoni di Fratelli Camponogara, Via Nazionale del Brennero 31, S. Pietro in Cariano (Verona). Nach dem Essen gibt es ja noch dass Fussballspiel, Barcelona gegen Bayern München, aber bei dem Fernseher gehen nur italienische Sender rein. Egal, ich warte bis 20:45h und zappe alle 200 italienischne Kanäle durch und in einem wird das Spiel schon übertragen. Gesagt, getan, also schaue ich mir das Spiel auf einem italienischen Sender an und freue mich, weil die Bayern Barcelona wieder sehr meisterlich gespielt haben und auch noch 3 Tore geschossen haben. Jetzt schlafen wir beruhigt ein.

... link (2 Kommentare)   ... comment


13. Reisetag, Dienstag 30.04.2013
Neugierig schauen wir am Morgen aus dem Fenster. Mist, es Regnet schon wieder, aber Gestern war es genau so und um 11:00h und danach hat es nicht mehr geregnet. Wir schauen ins wetter.com und entschliessen uns, wenn der Regen aufhört, weiter zu fahren. Wir packen vorsichtshalber schon mal unsere Sachen und gehen dann zum Frühstücken. Wir geniessen das Frühstück und lassen uns viel Zeit, dann hört es zu regnen auf und wir holen unser Gepäck, zahlen die Übernachtungen und dann geht es weiter Richtung Süden nach Rovereto. Neumarkt, St. Michael an der Etsch und weiter nach Trento. Bei Trento hat es leicht angefangen zu regnen und ich hab Susi vorgeschlagen in Trento in eine Kneipe zu gehen und den Regen"aus zu sitzen". Susi hat gemeint, dass uns das "leichte Nieseln" nicht's ausmacht und wir lieber weiterfahren sollen. Aus dem leichten Rieseln wurde ein starkes Rieseln und aus dem starken Rieseln wurde ein Regen. Gott sei Dank haben wir frühzeitig unsere Regensachen angezogen, nur einen Scheibenwischer auf meiner Brille hab ich vermisst. Egal ich fahr Susi hinterher, nur Abkürzungen kann ich Ihr Heute nicht zeigen. Kurz vor Rovereto hat der Regen aufgehört und vereinzelt hat sich die Sonne gezeigt. Wir haben die Regenklamotten wieder ausgezogen und sind in Rovereto in's Zentrum gefahren. Oh Schreck, mein Akku ist völlig leer und ich muss aus eigener Kraft mein Fahrrad bewegen. Ich kann Susi nicht überreden, den Akku zu tauschen, also bleibt mir nicht's anderes übrig als so schnell und nah wie möglich eine Unterkunft zu finden. An der Tourismo-Info von Rovereto schau ich nach wo die nächste Unterkunft ist. Aha, Bed and Breakfast in 600 m. Super, das nehmen wir. Wir radeln los und ich hab vor lauter Eifer vergessen, die Adresse aufzuschreiben. Irgendwas mit Giovanni oder so und die Hausnummer hab ich mir erst gar nicht gemerkt. Da wir schon 300m von der Info weg waren, hatte ich keine Möglichkeit (wie schon berichtet, mein Akku war völlig leer), zur Info zurückzufahren. Also hab ich mein Handy-GPS geholt, und hab Giovanni eingegeben. Ich warte gespannt auf die Ergebnisse in 300m Umkreis, und wirklich hat mein GPS die Strasse angezeigt. Ich liebe mein Handy mit GPS! Ich fuhr aufmerksam die Strasse entlang, da ich keine Hausnummer wusste und dann kam das kleine Schild B&B. Gewonnen, wir sind da. Ich leute an der Glocke und eine ältere Dame kam zur Tür heraus. Sie sagte, dass ich mir das Zimmer anschauen soll und wir sind in den 2. Stock gegangen. Das Zimmer war klein aber sehr sauber, es gab ein "Etagen-Bad/WC". Ich überlegte kurz "Akku leer, Zimmer frei", ok wir nehmen es. Ich ging wieder herunter und sagte Susi freudig: "wir haben ein Zimmer für die Nacht". Die Gastwirte waren Super-Nett und haben gleich das Auto aus der Garage gefahren, sodass wir unsere Radel in der Garage abstellen konnten. Sie haben uns auch Ihr Wohnzimmer für das Fussballspiel Madrid gegen Dortmund zur Verfügung gestellt, weil Sie (die Hausherren) Heute Abend nicht Zuhause sind. Wir kauften Wein, Wasser und Nüsse für den Abend und sind dann zum Essen gegangen. Der Vino Rosse della Casa in der Gaststätte war ausgezeichnet und auch das Essen hat mir sehr gut geschmeckt. Für einen Liter Wein, einen Liter Wasser, Gnocci, Pizzario (so ähnlich wie Pizza, nur auf Weissbrot) und einen grossen Salat haben wir 25 Euro bezahlt. Völlig gesättigt und zufrieden sind wir wieder zu unserem Zimmer gegangen und haben versucht, das Fussballspiel anzuschauen. Banane! Kein Sender hat das Fussballspiel übertragen, so haben wir Sport 1 angeschaut und waren so immer über den Spielstand und der Spieldramatik informiert. Den Wein haben wir nicht mehr drinken können, denn sonst hätte mich Susi ins Bett tragen müssen, und das wollte ich Ihr (und mir) ersparen. Zufrieden, dass Dortmund weitergekommen ist, sind wir dann ins Bett gegangen.

... link (1 Kommentar)   ... comment


12. Reisetag, Montag 29.04.2013
Am Morgen nach dem Aufstehen hat es draussen geregnet. Wir sind froh, im trockenen zu sein und gehen hinunter zum Frühstücken. Danach sind wir nochmal für ca. 1 Stunde auf's Zimmer gegangen um zu warten dass der Regen aufhört. Dann haben wir Auer erkundet und geschaut, wo wir am Abend zum Essen gehen könnten. Am Nachmittag haben wir im Garten bei unserer Herberge Romme gespielt, in dem ich Susi so richtig abgezogen hab. (am Vortag hat Susi mich voll abgezogen, doch dass wollte ich eigentlich gar nicht erwähnen) Wir gehen früh am Abend zum Essen sodass wir frühzeitig im Bett sind um Morgens topfrisch und ausgeschlafen zu sein, denn dann fahren wir weiter.

... link (0 Kommentare)   ... comment


10.Reisetag, Samstag der 27.04.2013
Heute ruhen wir uns aus und schauen uns Meran an. In unserer Unterkunft Lux gehen wir zum Frühstücken und lassen uns dabei ausgiebig Zeit. Die Wirtin kocht uns ein weiches Ei das wir genüsslich essen. Am Nebentisch sitzen 2 Herren um die 60, die sich über's Radfahren unterhalten. Wir sagen Ihnen dass wir auch mit dem Radel von München nach Rom unterwegs sind, darauf sagen Sie, dass Sie die Radler von Nürnberg nach Sizilien sind, die wir am Anstieg zum Reschenpass überholt haben. Wir unterhalten uns noch sehr nett und gehen dann im Nieselregen in's Zentrum von Meran. Während dem Spaziergang legen wir fest, dass wir um 18:30 in die St. Nikolauskirche gehen, dann die Sportschau anschauen und dabei auf dem Zimmer Brotzeit machen.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 28. April 2013
9. Reisetag, Freitag, 26. April
Um 8:00h sind wir aufgewacht. Wir waschen uns und packen unsere Reisetaschen. Danach gehts zum Frühstücken, da wir spätestens um 9:30 auf dem Radel sein wollen. Ich trinke Kaffee, Susi trinkt Tee. Wir bestellen uns noch ein Frühstücksei (weich) und bekommen ein sehr hartes Ei, egal wir essen alles. Frisch gestärkt hol ich die Radel aus dem Radelkeller und packen unsere Reisetaschen drauf. Ich setz mich auf mein Fahrrad und trete in die Pedale. Das Radelfahren fühlt sich heute ganz anders an wie sonst, irgendwie so hart. Aha ich hab einen Platten. Kein Problem, ich hab ja ein komplettes Werkzeug - Set und 2 Päckchen Flickzeug dabei. Jetzt kann ich bei Susi richtig Eindruck schinden. Ich sag Susi, kein Problem ich hab alles im Griff, schliesslich hab ich als 12-Jähriger schon so manchen Platten repariert. Ich pack alles wieder runter und schraub das Hinterrad auf. Aha man muss erst die Bremsen demontieren, sodass man das Rad rausbekommt. Ich probier dies, ich probier das und irgendwie, als ich einen Hebel umgelegt hab, geht die Bremse weg. Jetzt muss ich mir merken wie die Teile weggegangen sind, da ich diese später ja wieder zusammenbauen muss. Jetzt ist das Rad aus der Führung doch was ist jetzt, ich bring das Rad nicht weg, weil es noch an der Schaltung hängt. Keine Ahnung wie ich das Rad von der Schaltung weg bekommen soll. Jetzt kommt eine Radelgruppe mit ca. 30 Teilnehmer und schauen ob Sie mir helfen können. Ich bin schon etwas nervös, weil ich keine Ahnung hab, wie ich den Reifen abbekomme. Klump varreckts! Mein Puls steigt mit jeder Minute, und 3 Radler schauen mir genau auf die Finger und kommentieren sich gegenseitig was ich mache (auch Fehler die ich mache). Ich kann mich schon gar nicht mehr auf mein Fahrrad konzentrieren und höhr nur das Gegagere von den fremden Radlern. Ich überleg mir, wie ich es den Radlern klar mache, dass ich keine Zuschauer und keine Kommentatoren brauche. Von "Zefix haut's ob" bis "glei griagst oane" hab ich mir überlegt wie ich die effektivste "Hilfe Zurückweisung" formulieren soll. Ich hab mich dann doch für die Variante "hobt's nix anders zum doa" entschieden, anhand meinem Tonfall hat sofort jeder gemerkt was die Stunde geschlagen hat und alle haben augenblicklich einen 10m Sicherheitsabstand zu mir gehalten. So, jetzt hab ich sogar die Nuvinci-Schaltung abbauen können. Hoffentlich kann ich das demontierte wieder montieren, aber egal jetzt muss erst der Platten repariert werden. Ich kleb sicherheitshalber gleich mal 4 Flecken auf den Schlauch und prüf im Dorfbrunnen ob der Schlauch dicht ist. Der Schlauch ist dicht, aber der Mantel ist innen etwas eingeritzt. Hilft nichts, bis zum nächsten Fahrrad-Geschäft muss das halten. So jetzt wieder alles zusammenbauen, Susi sieht wie angespannt ich arbeite und hält die Schaulustigen auf Abstand. Geschafft, ich geh zum Händewaschen, bepacke dann mein Fahrad und versuche zu Radeln. Entweder hab ich die Schaltung nicht richtig montiert, oder die Kette ist nicht da, wo sie sein soll. Ich kann auf jeden Fall nicht radeln. Gott sei Dank ist die Kette nur ausgehängt dachte ich und wollte die Kette wieder einhängen. Aber die Kette ist genau vorne zwischen Zahnkranz und Fahradrahmen eingezwickt. Susi muss das Rad halten und mit einem Knurren halte ich die Schaulustigen auf Abstand. Irgendwie schaff ich es die Kette wieder einzuhängen. Nochmal zum Händewaschen und dann, es ist bereits 11:00h, gehts endlich los. Ich vorraus , Susi hinterher. Nach einigen Metern sagt Susi, irgendwas stimmt mit deinem Hinterrad nicht, es eiert und schaut so aus als ob ich einen 8-er hätt. Ich steig ab und begutachte das Hinterrad und schau zurück zu den Radlern mit den guten Tipp's. Ich reparier das Rad auf keinen Fall ein 3. mal und sag Susi, dass das Rad bis zum nächsten Radelgeschäft bestimmt hält. Ich hopse mit meinem Radel voraus, Susi fährt mit Ihrem Radel hinterher. Von Glurns nach Prad, weiter nach Laas, Göflan nach Latsch. Hier gibt es laut unserem Reiseführer ein Radelgeschäft, das wir auch gleich gefunden haben. Ein sehr netter und kompetenter Radelverkäufer hat alle Fahrradmäntel für Rennräder oder Mountenbikes, aber leider keine für Tourenräder. Der Radelverkäufer sagte, nach 20km in Schlanders ist das nächste Radelgeschäft. Mein Radel hat bis hierher gut funktioniert, warum soll es nicht bis Schlanders halten, also hopple ich weiter. In Schlanders haben wir das Radelgeschäft auch gleich gefunden. Im Geschäft eine Verkäuferin ca. 20 Jahre jung, tätowiert, mit einer Bum-Bum Musik im Geschäft und überhaupt keiner Ahnung von Fahrrädern. Sie suchte den Mantel bei den Schläuchen, da hab ich erkannt, die kann dir nicht weiterhelfen. Also hab ich Sie gefragt, wo das nächste Radelgeschäft Richtung Meran ist. "In Nauders" sagte Sie freundlich und erleichtert. Susi fuhr und ich hopste weiter Richtung Meran nach Nauders. Um 13:30h sind wir in Nauders bei dem Radelgeschäft angekommen. Der Radelverkäufer sperrte gerade das Geschäft zu und sagte uns, dass er jetzt eine halbe Stunde Mittag macht und dann wieder da ist, und einen Mantel in der richtigen Grösse hat er bestimmt da. Super, wir radeln zur nächsten Gaststätte und machen auch ganz entspannt Mittag. Jetzt frisch gestärkt und der Gewissheit einen passenden Mantel zu bekommen sind wir wieder beim Radelgeschäft. Der Radelverkäufer fragt mich welche Reifengrösse ich brauche: "an achdazwanzga / hundatfuchzga" sagte ich sehr höflich. Der Radelverkäufer sagte, ob ich Ihm das nochmals in Hochdeutsch sagen kann. Das hat mir in Südtirol noch niemand gesagt, ich Hochdeutsch sprechen soll. Aber gut, der Verkäufer ist auch wahrscheinlich aus Tschechien oder so also wiederhole ich die Reifengrösse in Hochdeutsch: Achtundzwanzig / hundatfuchzga"! Jetzt ist der Verkäufer schon sehr aufgeregt und sagt sehr wirsch: "bitte sagen Sie mir die Grösse nach der Schrift". So das ist mir jetzt zuviel, wenn mich der "Ausländer" nicht versteht, dann soll er selber am Reifen nachschauen, da steht's in "Schrift". Das hat er dann auch getan, ist in den Keller gegangen um den richtigen Mantel zu holen. 28/140 oder 28/160 hat er auf Lager. Da ich wieder fahren und nicht hoppeln wollte, hab ich mich für den "achdazwanzga / hundatsechzga" entschieden. "Soll ich den Mantel gleich montieren?" Hat er mich gefragt. "Ja gerne". Ich hab mein Gepäck vom Radel abgenommen und das Radel in die Werkstatt gefahren. So ein Radelhalter für die Radelreparatur ist schon viel besser wie der Radelhalter, Marke "Susi". Ich hab aber gleich gemerkt, der ist auf den technischen Radelverstand wie ich mit 12 Jahren, da gab es noch keine Nuvunci-Schaltung. Verunsichert, weil er nicht wusste wie man das Hinterrad demontiert hat der Verkäufer gesagt: "Ich hab ja schon viel Mist gesehen, aber so einen grossen Mist hab ich noch nie gesehen". Jetzt ist eine andere Kundschaft in's Geschäft gekommen und der Verkäufer musste in den Laden. Jetzt wo ich wusste wie man Bremsen und Schaltung demontiert, hab ich den Reifen in Null Komma Nix abgebaut und den Mantel und Schlauch entfernt. Ich hab mir einen neuen Schlauch aus dem Regal genommen und den Schlauch mit neuen Mantel montiert. Zum einsetzen vom Reifen brauchte ich die Hilfe vom Verkäufer. Ich halte den Reifen in der Hand, sodass der Verkäufer die Kette auflegen muss. Geschafft, der Reifen ist montiert, meine Hände relativ sauber, aber die Hände vom Verkäufer waren voll von Kettenschmiere. Ich dachte mir gute Arbeitsaufteilung, und hab dann den Schlauch, den Mantel und die Hilfsarbeit vom Verkäufer bezahlt, das Gepäck wieder aufgeladen und dann sind wir weitergefahren. Mann ist das schön wenn man wieder fahren kann und nicht hoppeln muss. Ganz entspannt sind wir dann immer leicht bergab nach Meran gefahren. Da es laut Wetterbericht am Samstag regnen soll, werden wir 2 Tage in Meran bleiben.

... link (1 Kommentar)   ... comment