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Samstag, 8. Juni 2013
34. Reisetag, Dienstag 21.05.2013
flieger1962, 11:49h
Als wir beim Frühstücken in der Ortschaft in einem Cafe sitzen, fängt es an zu regnen. Macht nicht's, wir fahren trotz dem weiter, ziehen unser Regencape drüber und schwingen uns auf unsere Drahtesel. Unser Ziel Camping Tiber ist nur noch 50 km entfernt und es gibt nur einen klitze kleinen Berg mit 200 Höhenmetern. Vor der Steigung nach Torrita Tiberina fahren wir über den Tiber. Auf der Brücke bleiben wir stehen und fotografieren den Fluss als aus heiterem Himmel ein Auto vor uns anhält und ein Mann auf uns zugeht. Er sagt uns auf englisch, dass da vorne die Strasse nach Torrita Tiberina gesperrt ist aber wir das mit unseren Rädern dort fahren können weil wir an der Baustelle locker vorbei kommen. Jetzt haben wir die Strasse für uns alleine, kein Verkehr und an der Baustelle sind wir locker vorbeigekommen. Als wir nach oben schauen, sehen wir, dass in die Richtung in der wir fahren der Himmel aufreisst und man die Sonne ab und zu sehen kann. Nach dem Höchsten Punkt , der Ortschaft Nazzano hört der Regen auf und wir können unser Regenzeug wieder einpacken. Um 12:30h sind wir am Camping Tiber angekommen und beschliessen erst einmal hier Quartier zu machen. Wir mieten uns einen Wohncontainer und richten uns häuslich ein.
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33. Reisetag, Montag 20.05.2013
flieger1962, 11:46h
Als wir um 8:00h zum Frühstücken kommen, sitzen schon zwei Pärchen an den Tischen. Sie unterhalten sich auf deutsch und beim Gespräch bekommen wir mit, dass es sich um Fuss-Pilger handelt, die von Florenz nach Rom pilgern. Susi hört ganz gespannt zu und denkt laut nach, dass ein Pilgerweg nach Rom auch seinen Reiz hat. Ich denk mir, die armen Männer sind bestimmt von Ihren Frauen gezwungen worden zu Fuss von Florenz nach Rom zu gehen, was die Männer wohl ausgefressen haben um das alles mitzumachen. Egal, wir Frühstücken fertig und packen unsere Räder, da wir heute eine grosse Strecke schaffen wollen, so dass wir Übermorgen in Rom sind. Die ersten 10 km geht es ca. 400 Höhenmeter in einem Stück nach oben. Auf halber Strecke halt ich an um zu verschnaufen. Susi hält auch an und kann sofort reden. Ich antworte nicht auf Ihre Fragen, da ich jede Luft zum Atmen brauche und gar nicht reden könnte. Nach ungefähr 5 Minuten hab ich dann auch Luft um was zu sagen und sag: "fahren wir weiter". Oben angekommen freu ich mich, dass es nach Termi nur noch bergab oder eben dahin geht. Ach du grosser Schreck, ich hab nur noch eine Strich von meinem Akku, dass heisst ich fahr auf Reserve. Terni ist keine schöne Stadt und so denk ich, dass wir am Stadtausgang eine Pizzeria suchen, den Akku aufladen und etwas essen und trinken. Geschafft, wir sind aus der Stadt heraus und schon einen kleinen Berg hinauf gefahren aber von einem Restaurant, Pizzaria oder irgendwas wo wir was essen und unsere Akkus aufladen könnten weit und breit nichts zu sehen. Ich hab auch keine Lust den Berg wieder runter zu fahren, da ich diesen später ja wieder hinauf fahren muss. Also gehts auf Reserve weiter in der Hoffnung, dass bald eine Ladestation kommt. Der Berg hört nicht auf aber mein Akku ist jetzt leer und es bleibt mir nicht's anderes übrig als mein Rad den Berg hinauf zu schieben. Gut dass ich alleine war und mein Schimpfen keiner gehört hat. Ich seh Susi vorne, wie Sie mit einer Anwohnerin spricht. "Die nächsten Kilometer kommt kein Restaurant oder Pizzaria hat die nette Frau gesagt". "Toll" sag ich "und könnte uns die nette Frau unsere Akkus aufladen lassen?" "Soll ich Sie das echt fragen" fragt Susi in meine Richtung und sieht wie ich mich mit meinem Radel abplage. So richtig versteh ich Susis Frage nicht, ausser Sie will sehen wie ich mein Radel bis zum Berggipfel (noch ca. 150 Höhenmeter) schiebe. "Ja, das währe SUPER NETT wenn Du die liebe Frau fragen könnterst ob wir unsere Akkus bei Ihr aufladen dürften" sag ich in einem fast flehentlichen Ton. Hurra, wir dürfen!!! Wir stellen unsere Räder ab und holen unsere Akku-Ladegeräte und schliessen diese an den Strom von der netten Frau an. Bis die Akku's geladen sind, haben wir gut 2 Stunden Zeit. Ach ja, wir haben doch noch die Brotzeit von Vorgestern: ein halbes hartes Brot, etwas Käse und für jeden eine kleine Salami. Wasser haben wir ja immer dabei und so machen wir gemeinsam Brotzeit. Wenn man Hunger und Durst hat, dann kann Wasser das köstlichste Getränk sein und Essensreste die vorzüglichste Speise sein. Ich bin also wunschlos glücklich und zufrieden, die Akkus werden geladen, der Hunger und der Durst ist gestillt und dann kommt die Nachbarin mit Ihrer Tochter und bringt uns jeweils eine Espresso! Mir fällt nichts mehr ein, zuerst die Plage mit dem Radel und jetzt so eine grosse Belohnung. Diese Brotzeit werde ich niemals vergessen. Der Akku ist geladen und nun geht's weiter über den Colle di Langnola weiter nach Santa Maria. Da es ab hier nur noch bergab geht, entschliessen wir uns nach Poggio Mirtelo weiter zu fahren. Um 19:00h sind wir in Pioggio Mirtelo angekommen und suchen gleich nach einer Unterkunft. Gar nicht so einfach, wir finden kein einziges Hotel oder Pension hier im Ort. Ein älterer Herr hat Susi zu verstehen gegeben, das in einem unscheinbaren Haus ein Zimmer vermietet wird. Mangels Alternativen haben wir an dem Haus geklingelt und gefragt ob wir heute Nacht hier übernachten können. Die Frau hat sich gefreut, dass Sie ein Zimmer vermieten kann und Susi hat sich das Zimmer angeschaut. Und als Susi wieder aus dem Haus kam, hat Sie gesagt: "das Zimmer ist eine kleine Wohnung und ganz ok, aber es soll noch ein Mann darin schlafen." Ich wollte das nicht und als die Frau das mitgekriegt hat, hat Sie uns zu verstehen gegeben, dass wir die kleine Wohnung doch alleine haben können. Also sind wir für eine Nacht in diese Wohnung gezogen. Es war eine ganz normale bewohnte Wohnung und ich hab mir eingeredet, dass die Betten frisch überzogen wurden. Die Handtücher jedenfalls waren ganz frisch und für eine Nacht ist das ok.
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32. Reisetag, Pfingstsonntag 19.05.2013
flieger1962, 11:44h
Mist, heute regnet es wieder. Aber was hilft's, Frühstücken, und rechtzeitig in San Francesco sein, da Susi gestern mit Pater Thomas gesprochen hat, ob wir unsere Räder im Klosterhof abstellen dürfen. Da hat er natürlich zugestimmt und gesagt, wir sollen um 10:00 an der Klosterpforte sein, dann kümmert er sich auch darum, dass wir einen guten Platz in der Kirche bekommen. Wir sind schon um 9:30h da und der Pförtner lässt und in den Klosterhof um unsere Räder abzustellen. Die Messe war wirklich wunderschön und so einen Chor hab ich noch nie live erlebt. Dass wir unsere Abreise verschoben haben, hat sich gelohnt, auch wenn es heute Morgen regnet hat. Aber nach der Messe hat es aufgehört zu regnen und wir sind gleich mit unseren Rädern zu unserem Tagesziel Spoleto aufgebrochen. Die ersten 5 km geht es nur bergab (toll, ich könnte Stundenlang bergab fahren) und dann geht es die nächsten 20 km relativ eben dahin. Aber jetzt wird es anspuchsvoll, innerhalb 4 km geht es 250 Höhenmeter bergauf und muss mir die restliche Power von meinen Akku gut einteilen. Also streng ich mich an und fahr auf Tour den Berg rauf um noch genug Energie für den Akku zu haben, dass wir Spoleto erreichen. Wir sind um 16:30h in Spoleto angekommen und haben dann gleich die Bleibe (due Porta) gefunden, die in unserem Radelführer beschrieben ist. Das wir den ganzen Weg trocken geblieben sind, hätte ich heute Mittag nicht für Möglich gehalten. Jetzt duschen und dann die Ortschaft erkunden. Hier gibt es eine Burg am Berg, und wir staunen sehr, als wir die Rolltreppe auf den Berg sehen. Toll, bergsteigen mittels Rolltreppe, das hab ich mir immer gewünscht.
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31. Reisetag, Samstag 18.05.2013
flieger1962, 11:43h
Wir gehen zum Frühstücken und freuen uns, dass uns die Sonne ins Gesicht lacht. Danach gehen wir wieder zum Kloster San Damiano, aber heute ohne Abkürzung. Beim nachhause Gehen sehen wir wieder einige Ferrari, Lamborghini, Merzedes, ... und wir bekommen mit, dass die "Mille Miglia" heute durch Assisi fährt. Wir gehen auf den Platz bei San Francesco und schauen dem Treiben zu. Alle Italiener haben heute Benzin in Ihren Adern und man kann sehen wie Sie sich (auch die Patres) freuen die alten Autos zu bewundern.
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30. Reisetag, Freitag 17.05.2013
flieger1962, 11:40h
Eigentlich wollten wir ja heute weiterfahren, aber am Morgen hat es geregnet und am Sonntag ist die Pfingstmesse in San Francesco, also haben wir uns entschlossen noch bis zum Sonntag in Assisi zu bleiben. So ruhen wir uns heute aus und machen gar nicht's, ausser essen und trinken.
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29. Reisetag, Donnerstag 16.05.2013
flieger1962, 11:37h
Um 9:00h sind wir, wie vereinbart am Eingang zur Krypta in San Francesco und der Pater wartet schon mit drei weiteren Interessierten auf uns. Mein Name ist Pater Thomas und ich werde Euch heute den Hl. Franziskus etwas näher bringen. Heute Morgen ist es wieder bedeckt und etwas kalt und um ein Gespräch aufzubauen sag ich: "das Wetter ist für Mittel-Italien heuer aussergewöhnlich schlecht". Da dreht sich Pater Thomas zu mir und sagt mit autoritärer Stimme: "wer sagt, dass das Wetter um diese Jahreszeit hier aussergewöhnlich ist?" Auf diese Art von Gespräch, die die Gestik und den Tonfall betrifft war ich nicht vorbereitet und sage ganz freundlich das Wetter ist eigentlich ganz ok. Ich denke, ist mir doch scheiss egal wie das Wetter ist, ich wollte ja nur ein Gespräch anfangen. Bei unseren drei Mitinteressierten hat es auf jedenfall funktioniert, die haben mit mir dann ganz freundlich geredet. Aha Österreicher denk ich mir, die sind auch überall zu finden und schon ging die Führung los. Was und wie uns Pater Thomas San Francesco und den Hl. Franziskus näher gebracht hat, war sehr gut. Vergessen, dass er mich am Anfang so angeraunzt hat, also hab ich Ihm nach der Führung auch eine angemessene Spende in seinen Klingelbeutel gesteckt, weil die Führung an sich kostenlos war. Zum Schluss hat Pater Thomas uns noch gesagt, dass es am Pfingstsonntag eine sehr schöne Messe gibt. Eigentlich wollten wir Morgen weiter Richtung Rom fahren. Mittags sind wir auf die Burg La Pocca Maggiore gegangen und dort auf den Burgturm. Jetzt sind wir am höchsten Punkt von Assisi und geniesen die Aussicht. Hier oben kann man bis Perugia und nach Foligno sehen, im Mittelalter der perfekte Platz um die kompette Gegend im Überblick zu haben.
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